Für wen ist die Kunst da, wer ist der Adressat? Die neuzeitliche Philosophie hatte Kunst als etwas gedacht, das jeden Menschen berühren kann: als ein Universales, als Ausdruck des Menschseins der Menschen. Alt ist aber auch die Infragestellung dieser Universalität. Angeregt von dieser Kritik entstanden immer wieder neue Kunstformen. Der Rahmen, in dem neue und alte Kunst sich einem Publikum darbieten, wurde hinterfragt. Institutionenkritik sowie die Debatte über die Auswirkungen des westlichen Universalitätsanspruchs haben auch in letzter Zeit dazu geführt, die Trennlinie zwischen Kunst und Leben neu zu verhandeln.

Dass sich die Künste auf etwas Gemeinsames beziehen, und sei es auch nur auf eine Öffentlichkeit, ist unumstritten. Gestritten wird darüber, wie dieses Gemeinsame zu verstehen ist.

Commons ist das Stichwort einer aktuellen Debatte, die die gemeinsame Dimension geteilter Güter thematisiert. Natürliche und kulturelle Ressourcen sowie digitale und reale Räume bedingen das gesellschaftliche Miteinander. Angefangen bei Luft und Wasser bis hin zu Bildung und Technologie sind die geteilten Güter Privatisierungsprozessen ausgesetzt. Sind die Künste ein Gemeingut? Machen sie Universales erfahrbar? Geht es in ihnen um ein Gemeinsames im Herzen der geteilten Güter?

Wir laden am Campus Gegenwart Künstler*innen, Kulturproduzent*innen und Theoretiker*innen von den Bereichen Musik über Theater bis hin zur Bildenden Kunst ein, über die gemeinsame Dimension der Kunst unter gegenwärtigen Bedingungen zu debattieren.

 

Save the Date!

13.10.2021 | Laura Strack, Ulrike Haß
20.10.2021 | Shusha Niederberger (Keynote)
27.10.2021 | Aly Keita
10.11.2021 | Florian Malzacher
24.11.2021 | The Sphere (Eric Bordeleau, Olle Saloranta Strandberg)
01.12.2021 | Tactical Tech (Marek Tuszynski)
12.01.2022 | Kai Wiegandt
12.01.2022 | Podiumsdiskussion (Kai Wiegandt, Marc Engelhardt, Andreas Meyer, Marita Tatari)
19.01.2022 | Christopher Dell
26.01.2022 | School of Commons (Marea Hildebradt, Gordon Williams)
02.02.2022 | Elsa M’bala

Alle Veranstaltungen finden jeweils von 18 -19:30 Uhr im Orchesterprobenraum (8. Ebene) der HMDK Stuttgart, Urbanstraße 25, 70182 Stuttgart, statt.

Die Veranstaltungen sind für alle offen, der Eintritt ist frei.


 

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13.10.2021 | Laura Strack, Ulrike Haß
Commons, Kunst & Kultur

Im digitalen Verbundensein halten wir uns gern für Gewinner eines Onlife-Lebensgefühls. Doch als User von Daten, Nachrichten und Waren leben wir in kommerziellen Netzwerkarchitekturen und sind ein Mittel zu anderer Leute geschäftlichen Zielen. Dadurch verliert die Stadt ihre historische Funktion als öffentlicher Raum und als common good. Die datengerechte, adaptive Stadt atomisiert soziale Zusammenhänge, zerstreut Verantwortlichkeiten und bewirtschaftet öffentliche Infrastrukturen im Interesse von Logistikfirmen und Finanzindustrie. Das Verhältnis von Stadt, Öffentlichkeit, Kunst und Kultur ist grundlegend neu zu erfragen.
Ausgehend von den komplexen und tiefgreifenden Transformationen der zeitgenössischen Stadt interessieren wir uns für Praktiken und Diskurse, in denen Theaterorte als Gemeingut und somit im Zwischen des abendländischen Gegensatzpaars von oikos (Haus- und Wirtschaftsgemeinschaft) und polis (Stadt, Staat) erscheinen. Dazu werden Beispiele eines „von unten“ getragenen, künstlerischen und experimentellen Einsatzes für Orte geteilter Verantwortung und Sichtbarkeit vorgestellt. Sie ereignen sich gegenwärtig vielleicht nicht zufällig in Rand- und Zwischenzonen des europäischen Kontinents.

Prof. Dr. Ulrike Haß ist Theaterwissenschaftlerin, Dramaturgin und Autorin. Sie lehrte bis Herbst 2016 Theaterwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, begründete das Jahrbuch für das Theater im Ruhrgebiet (2001–2011), initiierte den Masterstudiengang Szenische Forschung und hatte Gastprofessuren u.a. in Paris und Frankfurt am Main inne. Jüngste Veröffentlichung: Kraftfeld Chor. Aischylos Sophokles Kleist Beckett Jelinek, Berlin 2020.
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Laura Strack studierte Theaterwissenschaft und Literaturübersetzen. 2020 promovierte sie am internationalen Graduiertenkolleg ›Europäische Kulturstudien‹ der Universitäten Palermo und Düsseldorf zum Thema Farsi comune. Topographien prekärer Theaterorte im Europa der Gegenwart. Als Übersetzerin überträgt sie theoretische und literarische Texte aus dem Französischen und Italienischen.
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20.10.2021 | Shusha Niederberger (Keynote)
Streaming now. 
Die kulturelle Ordnung der Künste im Wandel.

Der Covid-Lockdown im Kunst- und Kulturbetrieb hat ein Schlaglicht auf die gesellschaftliche Dimension von Kunst geworfen, indem er die Frage nach Zugänglichkeit radikal neu gestellt hat. Gleichzeitig ist aber auch sichtbar geworden, dass dies nicht einfach eine organisatorische Frage ist, sondern das Wesen der Künste selber tangiert – was passiert mit einem Konzert, das man streamt?

Ein interessantes Konzept, über Gemeinschaftlichkeit der Kunst nachzudenken, sind die Commons. Commons bezeichnen Gemeingüter, die von Gemeinschaften erzeugt und verwaltet werden – etwas Drittes zwischen Markt und Staat. Die Digitalisierung hat dieses in den 1960er Jahren bahnbrechende ökonomische Konzept radikal erneuert, und ist ein wichtiger Grund für seine Popularität heute. Was bedeuten die „digital commons“ für die Künste heute? In welcher Weise sind Künste Teil der „cultural commons“, und wo liegen die Grenzen? In welcher Weise fordern digitale Phänomene wie Sampling, Streaming oder Peer-to-Peer Netzwerke die kulturelle Ordnung heraus, und was bedeutet dies für Künstler:innen – aber auch für Vorstellungen der Autonomie der Kunst, von Autorschaft und Werkbegriffen?
Ein Vortrag über eine kulturelle Ordnung im Wandel.

Shusha Niederberger forscht und lehrt im Bereich Kunst, Kultur und Digitalität. Sie hat bildende und digitale Kunst in Zürich und Wien studiert, hat die Kunstvermittlung am HEK (Haus der elektronischen Künste) in Basel geleitet (2014-21), und unterrichtet zeitgenössische Netzkultur an der F+F Schule für Kunst und Design in Zürich. Sie war Teil des Forschungsprojektes „Creating Commons“ (2017-2019, IFCAR, ZHDK), das digitale künstlerische Praktiken als Commoning untersuchte. Gegenwärtig schreibt sie an ihrem PHD zu User Data Praxis als Teil des Forschungsprojektes „Latent Spaces – Performing the Ambiguity of Data“ (IFCAR, ZHDK).

>https://www.shusha.ch >>http://creatingcommons.zhdk.ch

 

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27.10.2021 | Aly Keita
Infos folgen in Kürze

 

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10.11.2021 | Florian Malzacher
Organisation als Kunst

Jahrzehntelang war „das Projekt“ die vorherrschende Arbeitsform der Kunst. Diese Loslösung von der Idee des „Werks“ hatte gute Gründe: Weg vom marktförmigen Produkt, weg vom autonomen Künstlergenie, weg vom Abgeschlossenen und hin zum Prozess. Doch längst ist aus der künstlerischen Logik oft vor allem eine Antragslogik geworden: Statt langfristig und nachhaltig arbeiten zu können, hangeln sich Künstler*innen von Projekt zu Projekt…
Und so lässt sich seit einiger Zeit ein erneuter Wandel in der Arbeitsweise vor allem vieler politisch und sozial engagierter Künstler*innen beobachten: weg von temporären, prekären Kunstprojekten hin zu langfristigen Strukturen der Einmischung.

Dieser Künstler*innen gründen Organisationen und Institutionen – aber nicht als Mittel zum Zweck. Vielmehr sind diese Organisationen selbst die eigentliche künstlerische Arbeit. Die Institution wird zur Kunst und die Kunst zur Institution. Handlungsräume und Einflussmöglichkeiten werden erweitert, aber auch ästhetische Möglichkeiten, wenn sich symbolische Praxis mit strukturellem Effekt verbindet.

Der Vortrag stellt sehr unterschiedliche artist organisations vor: Von Marina Naprushkinas “Büro für Antipropaganda” über die „School of Engaged Art“ der russische Gruppe Chto Delat, Tania Brugueras „Instituto de Artivismo Hannah Arendt (INSTAR)“ und Renzo Martens „Institute for Human Activities (IHA)“ bis hin zu Yael Bartanas „Jewish Renaissance Movement in Poland (JRMiP)“, bis hin zur „Silent University“ und der Wiener Wochenklausur.

>>https://florianmalzacher.tumblr.com
>>http://www.artistorganisationsinternational.org
>>https://art-of-assembly.net

 

Florian Malzacher ist freier Kurator, Dramaturg und Autor. 2012 – 2017 war er Künstlerischer Leiter des Impulse Theater Festivals davor sieben Jahre Leitender Dramaturg/Kurator des Festivals steirischer herbst. Als Dramatug arbeitete er u.a. mit Rimini Protokoll, Lola Arias (ARG), Mariano Pensotti (ARG) oder regelmäßig dem Nature Theater of Oklahoma (USA).  Zuletzt erschienen u.a. Not Just a Mirror. Looking for the Political Theatre of Today (2015) und Empty Stages, Crowded Flats. Performativity as Curatorial Strategy (mit Joanna Warsza, 2017). 2020 erschien sein Buch Gesellschaftsspiele. Politisches Theater heute. Seit Anfang 2021 ist er Gastgeber der Reihe The Art of Assembly. Florian Malzacher lebt in Berlin.

 

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24.11.2021 | Eric Bordeleau, Olle Saloranta Strandberg
The Sphere: towards new ecologies of funding in the arts

You see them everywhere these days. Digital and not so digital tribes organizing themselves to exit from a system stuck in zombie mode and forcing us into a zero-sum competitive game; emergent, metamorphic network collectives aiming to generate collaborative environments that recognize a wider array of value contributions and sharing of resources for the construction of commons-oriented economies.
Inspired by the recent innovations in the field of distributed ledger technologies andd web 3.0 (or blockchain), The Sphere is  research-creation project funded by Creative Europe for the development of a digital infrastructure for the performing arts. It allows for different actors constituting the art ecosystem – artists, cultural professionals, audience, cultural organisations and a wide range of sympathisers and other potential stakeholders – to initiate creative collaborations and implement new funding strategies.
As a transdisciplinary research-creation endeavour, The Sphere is a place of mutually transformative exchanges between artistic processes (art flows) and funding practices (economic flows). It aims to pragmatically address one of the key challenges of our times: re-thinking sustainable value production and distribution in an age of deep cultural and ecological transformations.

Erik Bordeleau is a philosopher, writer and fugitive planner, recently hired as a researcher at Lisbon NOVA university in cinema and philosophy. He has published and co-edited several books and articles in different languages at the intersection of political philosophy, contemporary art, world cinema, blockchain cultures, finance and media theory. A German translation of his book on the commons, Das Common des Komunismus. Eine Kartographie, was published earlier this year at Büchner Verlag (2021). In collaboration with Saloranta & De Vylder, he is developing The Sphere, a web 3.0 infrastructure for self-organisation in the performing arts.

Olle Strandberg is a director and artist working with circus as a starting point. During the 2010’s he was a director for the company Cirkus Cirkör where his productions played over 600 times for a worldwide audience. In secret, he became increasingly interested in and involved in the crypto community where he has got lost somewhere near the forest edge of the dark forest. There Olle has become the founder and artistic co-worker at the company Saloranta & de Vylder as well as one of the initiators of The Sphere. Today he’s looking for something that can lead him back, or forward, or anywhere.

>>https://thesphere.as

 

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01.12.2021 | Tactical Tech (Marek Tuszynski)
Infos folgen in Kürze

 

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12.01.2022 | Kai Wiegandt
Wem gehört Shakespeare? Eine Erörterung am Beispiel des „Robben Island Shakespeare“

Während der Apartheid in Südafrika reichten Nelson Mandela und andere politische Häftlinge auf der Gefängnisinsel Robben Island eine Ausgabe von Shakespeares Werken untereinander herum: den sogenannten „Robben Island Shakespeare“. In der Ausgabe strichen sie Passagen an, die sie für wichtig hielten. Am Beispiel des „Robben Island Shakespeare“ zeigt der Vortrag, wie Macht Kunst zur Ausgrenzung gebraucht und welche Strategien Ausgegrenzte ergreifen, um Teilhabe an Kunst zurückzufordern und ins Werk zu setzen. Im Zentrum steht die Frage, wem Shakespeare gehört und wie er gelesen und gespielt gehört – als Vertreter einer eurozentrischen und kolonialen Sicht auf die Welt oder als Dramatiker universeller Werte und Erfahrungen.

Kai Wiegandt ist Professor für Literatur an der Barenboim-Said Akademie Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen postkoloniale Literatur und Weltliteratur, Migrationsliteratur, frühneuzeitliche Literatur und Kultur, literarische Anthropologie und die Berührungspunkte zwischen Philosophie und Literatur. Im Jahr 2014 wurde er zum Mitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gewählt, 2018 wurde er von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ins Heisenberg-Programm aufgenommen.

https://barenboimsaid.de/de/professor/kai-wiegandt

 

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12.01.2022 | Wessen Universalität? Person und Werk
eine Podiumsdiskussion mit Kai Wiegandt, Marc Engelhardt, Andreas Meyer, Marita Tatari (Moderation)

Für die klassische Ästhetik ist die Person des Künstlers oder der Künstlerin nur sehr sekundär relevant für die Bewertung des Kunstwerks. Die entscheidende Frage ist für sie: Ist etwas wirklich Kunst oder nicht? Wenn es sich wirklich um Kunst handelt, dann ist es ein Universales. Es ist wahr und gut. Es hat Sinn. Doch die postkoloniale Debatte über die Identität der Künstler*innen und die Debatte über die moralische Beurteilbarkeit ihrer persönlichen moralischen und politischen Haltung stellte die Universalität der Werke in Frage.

Die Podiumsdiskussion findet ab 19 Uhr direkt im Anschluss des Vortrags von Kai Wiegandt mit den Professor*innen der HMDK Stuttgart statt:

>>Prof. Marc Engelhardt (Fagott) 

>>Prof. Dr. Andreas Meyer (Musikwissenschaft) 

Moderation: >>Prof. Dr. Marita Tatari (Ästhetik / Gegenwartsästhetik) 

 

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19.01.2022 | Christopher Dell
Stadtteilen. Vom gemeinen Gut als Tätigkeit und Verräumlichung

Die soziale Topologie der Stadt berührt stets die Frage nach der Teilhabe an räumlichen Strukturen. Innerhalb dessen artikuliert sich die Thematik, wie räumliche Ressourcen durch eine Gemeinschaft verwendet werden. Es ist bekannt, dass die seit den 1970er Jahren betriebenen Politik der Privatisierung und Individualisierung von Stadtraum zu einer zunehmenden Vernachlässigung des gemeinen Guts durch die öffentliche Hand geführt hat. Indes, die Ideologie es gebe keine Gesellschaft, die Menschen könnten sehr gut ohne Gemeingut auskommen, es gebe keine Klassen und die Welt sei ohne Konflikte scheint sich erschöpft zu haben. Die aktuelle Wohnungskrise ist eine raumpolitische Krise, die die Gesellschaft an ihr Limit gebracht hat. Entwertung von Arbeit, Zersiedelung des Territoriums und Verdrängung der unteren und mittleren Schichten aus den Stadtzentren in die periurbanen Peripherien lassen die Verstädterung das Land in unterschiedlichen Dichtegraden und Fluchtbewegungen überziehen. Der in der Stadttheorie noch stets (selbst von Rem Koolhaas) bemühte Gegensatz von Stadt und Land ist längst erodiert. Die Territorien, die von den urbanen Zentren ausgeschlossen,sind, kleine und mittlere Städte, entdichtete rurbane Räume, liefern jene Orte an denen die Zersetzung der Mittelklasse statthat. Weder urban noch rural, machen sie die Folgen der raumpolitischen Ökonomie des freien Marktes sichtbar. Vor diesem Hintergrund nimmt der Vortrag die aktuell oft unter der Rubrik commons verhandelte Frage des gemeinen Gutes auf. Insofern es sich um eine historisch orientierte Bestimmung handelt, versuche ich vor allem die praxeologische Verfasstheit des gemeinen Gutes und dessen Relationalität in den Blick zu nehmen. Das soll die gegenwärtige Gemeinwohl-Debatte um eine raumtheoretische Dimension ergänzen.

Christopher Dell (Dr. phil. habil.) ist Städtebau- und Architekturtheoretiker, Komponist und Musiker. Dell war Professor für Städtebautheorie am Lehrstuhl Urban Design der HafenCity Universität Hamburg, am Lehrstuhl Städtebau der TU München und an der Universität der Künste, Berlin. Dell ist Leiter des ifit, Institut für Improvisationstechnologie, Berlin. Seit 2021 ist er Mitglied im Designbüro integral desingers, Paris.
Als Musiker und Komponist arbeitet Christopher Dell an der Schnittstelle zwischen zeitgenössischer komponierter und improvisierter Musik. Die FAZ nannte ihn den “größten Vibraphontechniker der europäischen Jazzgeschichte.”

 

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26.01.2022 | Marea Hildebradt, Gordon Williams
An Infinite, Incomplete Series
On ways of working within the School of Commons

School of Commons (SoC) is a community-based initiative dedicated to the study and development of decentered knowledge, located at the Zurich University of the Arts. Promoting a broad, integrative understanding of knowledge, we focus on matters of organization surrounding the production and mediation of knowledge. Founded in 2016 as a space for self-organized education and research, our aim is to build an open environment that enables an international community of artists, designers, musicians, scientists and educators  to collaboratively innovate, scrutinize, and discuss knowledge practices under their own direction.

 

Marea Hildebrand will speak on the concept of SoC, the future of learning and international peer-to-peer learning  from her experience as the founder of School of Commons.

Fire is Scary, a collective of musicians and artists, is conducting research on the subject of translation, while participating in SoC. Fire is Scary will speak about their working methods and ways of working, researching translation through music recording, performance, workshops and exhibitions within the commons-based environment of SoC.

>>www.schoolofcommons.org

 

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02.02.2022 | Elsa M’bala
Sound art practice embedded in archives, samples and African storytelling

Artist and musician Elsa M’Bala will deliver a lecture about her sound art practice by means of 5 tracks. Each track highlights a different working method that Elsa M’Bala uses in her work. Altogether, these tracks give a complete view on her multifaceted sound art practice.
In the basis, Elsa M’Bala departs from what Eduard Glissant called creolization: the process of mixing different existing cultures in order to create a new hybrid culture. Each of the tracks that are addressed in this lecture exemplify her unique working method, which is marked by her use of sound samples, the activation of archives and the mixture of traditional and modern music styles. The different tracks feature traditional African instruments, rap, house music, an interview with Glissant and south African language, blend into a new hybrid mindset.

Born in Yaoundé and currently based in Berlin, Elsa M’Bala aka A.M.E.T. is a sound artist who
makes live podcasts as a mixture between DJ’ing and live radio shows, in which field recordings
and interviews are shared live with an audience. She performed internationally at Akademie der
Künste Berlin (DE); Casino Luxembourg-Forum d’art contemporain (LUX); Dak’Art Biennale (SEN);
Gessnerallee Zürich (CH), among others. She made the trailer for the Berlin Biennale 10.
A.M.E.T.’s musical journey, and her reflections on race, cultural background, gender and
spirituality, challenge preconceptions of how someone’s music should sound based on where
they’re from. Her practice breaks with western classical music by creating graphic scores that
enable her to include semi tones as it is regular in non western music. By using technology, she
amplifies her unique voice and addresses narratives of inclusion and visibility. Her work is also
marked by collaborations with musicians, dancers, artists, performers and makers from different
backgrounds. Since 2019, Elsa M’Bala also practices as a massage therapist.

 

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Bild: Johannes Kreidler, product placements (2008)