Wie auch in den vergangenen Jahren folgt auf die thematische Vortrags- und Gesprächsreihe im Wintersemester eine Reihe von praktischen Workshops im Sommersemester. Im SoSe 2022 werden Gastkünstler*innen aus den Bereichen Choreografie und Performance Workshops am Campus abhalten, die allen Studierenden der HMDK, ABK und Merz Akademie offen stehen.

Da die Teilnehmer*innenzahl der Workshops begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung per E-Mail an:

Freistellung je nach Studiengang möglich – bitte Campus-Geschäftsstelle ansprechen.

 

Konzeption: PD Dr. Marita Tatari, Dr. Jessie Marino, Carlos Hernández, Max-Walter Weise

Organisation: Carlos Hernández, Max-Walter Weise

 

 

 

Überblick:
12.05.2022 | Sophie Osburg
12.06.2022 | Verena Weiss
13.06.2022 | Antonia Baehr
24.06.2022 | Laurent Cétouane
30.06.2022 | DieOrdnungDerDinge
t.b.a. | Claudia Bosse (verschoben)

Angebote des Career Service

 

Sophie Osburg

Performance der Gegenwart

12.05. & 13.05.2022
am 12.05. 14.00-20.00
am 13.05. 10:00-16.00
Willy-Brandt-Straße 12

Im Anschluss an die Wende zum postdramatischen Theater sind in den letzten Jahren zahlreiche performative Arbeiten entstanden, die trotz ihrer unterschiedlichen Ausprägungen, zunehmend das Feld der Performance als eigenständige Erscheinungsform im Theater etabliert haben. Zugleich verweisen diese Arbeiten auf verschiedene Tendenzen, um mit den Mitteln des Performativen die Praxis der Darstellung selbst zu befragen und darin das Theater herauszufordern. Dabei geht es nicht allein um eine inhaltliche, sondern auch um eine kontinuierliche formale Verschiebung dessen, was wir als Theater erachten und bezeichnen.

Im Workshop soll daher ein Einblick in diese unterschiedlichen Formen des Performativen gegeben werden. Anliegen ist es, mit gegenwärtigen künstlerischen Arbeiten vertraut zu machen. Indem konkret Bezug auf aktuelle Performances genommen wird, werden hier exemplarisch einzelne Künstler*innen und ihre Praxis vorgestellt. Ziel ist es dabei auch einen Überblick über gegenwärtige performative Arbeiten in ihren Erscheinungsformen zu gewinnen. Unter anderem werden Arbeiten der Künstler*innen und Gruppen Nature Theatre of Oklahoma, Rimini Protokoll, Rabih Mroué, Meg Stuart/Damaged Goods, Doris Uhlich, Liga Lewis sowie Kate McIntosh gesichtet und analysiert. Die Auseinandersetzung mit ihnen bildet dabei auch den Ausgangspunkt zum gemeinsamen Erarbeiten verschiedener Aspekte einer gegenwärtigen performativen Praxis im Theater und deren kritischer Befragung

 

»Sophie Osburg ist seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Theaterwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt und promoviert zu situativen Performance- und Tanzarbeiten im Museum. Nach ihrem Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft sowie der Komparatistik war sie als Produktionsleitung an Produktionshäusern, wie dem Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt oder PACT Zollverein in Essen, sowie für Festivals und freie Theater- und Tanzproduktionen tätig. Unter anderem verantwortete sie dabei die Organisation der Tanzplattform Deutschland 2018 und war Teil des Leitungsteams des freien Szene Festivals IMPLANTIEREN2020.

Workshop findet in englischer Sprache statt

15 Teilnehmer*innen

"Temporary Title(2015)" von Xavier Le Roy, Foto: Christian Schuller.

Claudia Bosse

talking with space/s

Workshop wird verschoben, Details in Kürze hier.

This workshop will open relational practices with the body, voice and narratives within spaces and towards other/s.

talking with space/s builds up performative basic presence through body training and offers choreographic tools. During the three days we will apply different reading processes of space/s and environment/s as relational perception for artistic exploration and articulation.

 

»Claudia Bosse lebt in Wien und Berlin, ist Regisseurin, Choreografin, Künstlerin und leitet die transdisziplinäre Companie theatercombinat in Wien. Ihre Arbeiten verhandeln Formen von Gewalt, Geschichte und konkrete Utopien. Als „Kunst einer temporären Gemeinschaft” versteht sie ihre raumgreifenden Choreografien- die auch in Kolaboration mit nicht- menschlichen Lebewesen entstehen- bei denen sie Mythen, Rituale, Texte und Dokumente mit Körpern, Sprache, Objekten und Chören zu raumspezifischen Stücken verschränkt. Innerhalb und außerhalb Europas, in Museen, Architekturen, Theatern, Stadträumen und Landschaften entwickelt sie Stücke, Installationen und Interventionen. Claudia war Gastprofessorin an verschiedenen Universitäten, gibt Workshops, hält Lectures, publiziert und ist beteiligt an Research Projekten. Seit 2011 entstehen zudem Arbeiten in der Auseinandersetzung mit Archiven und Museumssammlungen.

Zuletzt zeigte Claudia Bosse the assembly of different beings als Teil von commune 1-73 am FFT Düsseldorf, ORACLE and SACRIFICE 1 oder die evakuierung der gegenwart im Tanzquartier Wien und the last IDEAL PARADISE in Jakarta, das auch bei der Deutschen Tanzplattform in Essen zu sehen war.

 

2021 gründete sie mit »theatercombinat die intergenerationelle PUBLIC PERFORMANCE school in Wien, 2022 TPA – translokale performative Akademie für raumrelationale Kunst- und Performance Praxis im Austausch mit Künstler*innen aus Europa und Südostasien, beides Teil des 4 Jahres Projektes ORGAN/ismus- Poetiken der Relation (2022- 2025).

 

Claudia Bosse

Verena Weiss
Schöner Wohnen
12.06.2022 10:00-17:00
Wandelhalle HMDK

„Schöner Wohnen“ ist zunächst einmal der Titel eines Magazins, welches in den 60er-Jahren entstand und oft in Arztpraxen, Anwaltskanzleien auflag, da wo Menschen am Warten waren und nichts Besseres zu tun hatten, als in Magazinen zu blättern. Ich möchte unter diesem Titel einige Fragen stellen, wie z. B. was heißt ,wohnen‘ überhaupt? Sich einen Ort einrichten, an dem man sich wohlfühlt. Soll er mir entsprechen oder Eindruck auf Besucher*innen machen? Funktional sein oder dekorativ, oder beides? Wohne ich in mir selbst und braucht es gar keinen Ort, der mich spiegelt? Das Abgrenzen meines Raumes, wie stelle ich das her? Mein Raum, mein Rhythmus, definiert durch bestimmte Gliederungen. Ein Raum wird eingenommen, wahrgenommen und füllt sich zunächst mit der eigenen Präsenz. Die Vision eines Raumes ist vielleicht erst einmal in unserer Vorstellung. Wie kann er durch den Körperausdruck sichtbar und fühlbar gemacht werden? Vielleicht gelingt es zu einem imaginäre Ort zu gelangen, an dem eine Geschichte entsteht. Man kann sich endlosen Überlegungen hingeben, aber plötzlich steht der Mensch im Raum und schon ist, da wo er gerade steht, sein Raum, den er ausfüllt, kein Zweiter kann an genau diesem Platz stehen. Ich werde mit einfachen Requisiten, wie Stöcken, Seilen, Papier arbeiten, um in verschiedenen Improvisationen dem Thema näher zu kommen. Wichtig ist die genau erfasste Körperlichkeit in jedem Augenblick.

 

»Prof. Verena Weiss

ist Tänzerin, Choreografin und Regisseurin. Sie wurde am Institut für Bühnentanz in Köln ausgebildet. Seit 1991 arbeitet sie an ihrem eigenen Tanztheaterrepertoire, u.a. am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, in Leningrad, Moskau, Paris, München, Wien, Innsbruck und Basel. 2004 übernahm sie die Tanzdirektion am Luzerner Theater. Hier schuf sie neun Tanztheaterproduktionen und führte in Opern Regie. Sie gibt Meisterklassen an der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden. Von April 2011 bis Juli 2021 war sie Professorin für Körperarbeit an der HMDK Stuttgart.

 

 

 

Verena Weiss

Antonia Baehr
Klopf Klopf wer ist da? / Knock knock who is there?
Das Gegenüber in der Performance.

13.06. bis 15.06.2022
13.06. vormittags 10:00-13:00, nachmittags 15:00-17:00
14.06. vormittags 10:00-13:00, nachmittags 15:00-17:00
15.06. vormittags 10:00-12:00, nachmittags 14:00-16:00
Willy-Brandt-Straße 12

In diesem praktischen Performance-Workshop geht es um unser Gegenüber und Adressat, wenn wir etwas aufführen oder als Performance präsentieren: für wen performen wir? Wer sitzt, liegt oder steht uns gegenüber, wo und für wie lange? Was verstehen wir unter “Präsenz”? Wir werden diese Fragen u.a. an Choreografien für das Gesicht untersuchen, die wir füreinander entwickeln werden. Außerdem geht es um das Treffen von Entscheidungen in Anbetracht der Vielfalt von möglichen Arbeitsmethoden. Was sind unsre heimlichen Angewohnheiten bei der Arbeit, sei es, wenn wir alleine arbeiten oder in Zusammenarbeit mit Anderen? Spielerisch werden wir diese Fragen erforschen und kleine Performance-Skizzen entwickeln.

Voraussetzungen: Durchgehende, aktive Teilnahme. Zuverlässigkeit gegenüber der Gruppe.

Sprache: Deutsch und je nach Bedarf auch Englisch, Französisch oder Spanisch.

 

»Antonia Baehr lebt und arbeitet als Choreografin, Performerin, Filmemacherin und bildende Künstlerin in Berlin. Ihre Stücke erforschen u.a. die Fiktion des Alltäglichen und des Theaters. Baehr studierte bei Valie Export Berlin und absolvierte ihren Master an der School of the Art Institute of Chicago. Antonia Baehr arbeitet derzeit in Duos mit Lucile Desamory, Neo Hülcker, Andrea Neumann, Latifa Laâbissi und Jule Flierl zusammen. Baehr ist Produzentin des Pferdeflüsterers und Tänzers Werner Hirsch (der auch in den Filminstallationen von Pauline Boudry & Renate Lorenz erscheint), des Musikers und Choreographen Henri Fleur sowie des Komponisten/Performers und Ex-Ehemanns Henry Wilde.

 

Antonia Baehr, Foto: Uschi Groos

Laurent Chétouane
Die Musikalität der Schrift
24.06.2022
ganztägig
Willy-Brandt-Straße 12

In diesem Workshop soll es um die Musikalität der Sprache gehen. Der Sprache als Schrift. Ein Autor schreibt einen Text in einer gewissen Form. Was wird aus diesem Text hörbar, wenn beim Sprechen die Schrift hörbar gemacht wird, und nicht primär der Inhalt? Kann man das Geschriebene in das Gesprochene transportieren? Wenn ja, was wird genau hörbar gemacht? Was lässt der Autor durch den Akt des Schreibens – spürbar in seinen Stil – herauskristallisieren? Wir werden zusammen Texte von Heiner Müller, Friedrich Hölderlin, Georg Büchner und Heinrich von Kleist entdecken und auf eine neue Weise praktizieren. Nicht gegen den Inhalt, sondern auf der Suche nach dem Unvorhersehbaren, das nur durchs Sprechen hörbar wird. Da läge, meiner Meinung nach, die Essenz und der Sinn des Theaters überhaupt.

 

»Laurent Chétouane wurde 1973 in Frankreich geboren. Dort studierte er Chemie und Theaterwissenschaft und später Regie an der HfMDK Frankfurt. Seit 2000 inszeniert er u.a. am Schauspielhaus Hamburg, an den Münchner Kammerspielen, dem Schauspielhaus Köln, dem Nationaltheater Oslo und dem Nationaltheater Athen. Sein Repertoire ist klassisch geprägt, es finden sich Schiller, Heiner Müller, Sarah Kane, Goethe,

Jelinek, Brecht, Ibsen, Büchner, Kleist und auch Shakespeare bei ihm wieder. Seit 2007 arbeitet er auch als Choreograf und unterrichtet an mehreren Tanz- und Theaterhochschulen in Europa.

Laurent Chétouane

DieOrdnungDerDinge
Notation and “ad-hoc” composition

30.06. & 01.07.22
ganztägig
Willy-Brandt-Straße 12

This practical workshop introduces performance students to the idea of musical score and the different kinds of scores that XX and XXI artists have created. The focus is on notation that is readable by people without a professional instrumental background, and works that require the performers to co-create, not merely “perform”. On the first day the attendants explore different works together with members from DieOrdnungDerDinge, and then proceed to work in groups on how to rehearse/create pieces. After a period experimenting with different scores, the students proceed, in the second part of the workshop (which can take place on a second day) to create their own version of one of the scores that have been presented in the workshop or develop a new piece inspired by the material. The workshop ends with a small concert where the results will be presented by the students together with DieOrdnungDerDinge.

 

Das Berliner Ensemble »DieOrdnungDerDinge widmet sich der Entwicklung szenischer Konzerte. Es erforscht dabei den Raum zwischen musikalischen und theatralen Formen auf meist sehr spielerische und hochvisuelle Weise.

DieOrdnungDerDinge

Angebote des Career Service

In jedem Semester werden Workshops und Seminare mit berufsrelevanten Themeninhalten angeboten. Die Studierenden und Alumni erhalten praxisbezogene Tipps und Informationen aus erster Hand von Expert*innen aus der Kultur- und Kreativbranche, insbesondere zur Vorbereitung auf den freiberuflichen Arbeitsmarkt als Künstler*in. Themenbereiche sind unter anderem Projektentwicklung und -management, Finanzierung, Marketing und Social Media, Rechtliche Grundlagen und Verträge sowie soziale Absicherung. Ein großer Schwerpunkt wird auch auf den Bereich Existenzgründung gelegt.
Die Workshops und Seminare des Career Service sind für alle Studierenden der HMDK, ABK und Merz Akademie geöffnet.

Weitere Informationen gibt es »hier.
Und »hier geht`s zur Anmeldung.